Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie kommt zahlreichen und regelmäßigen Tests eine besondere Bedeutung zu. Vor allem dort, wo Menschen zwangsläufig weiterhin in Kontakt kommen, können regelmäßige Corona-Test größeren Infektionsausbrüchen vorbeugen.

Jüngst berichtete der Gesundheitsdezernent der StädteRegion Aachen, Dr. Michael Ziemons, über die Infektionslage an Schulen in der StädteRegion Aachen. Demzufolge seien von den insgesamt 170 Schulen in der StädteRegion Aachen (Stand: 10.11.2020) 65 von einzelnen Corona-Fällen im Kollegium und/oder in der Schülerschaft betroffen. An neun Schulen hätten in Folge dessen einzelne Schüler isoliert werden müssen – an fünf Schulen gar ganze Klassenverbände. In den fünf Schulen, in denen ganze Klassenverbände isoliert werden mussten, hatte es laut Dr. Ziemons vorher Sportunterricht mit Mannschaftssport gegeben.

Auch das Politmagazin Westpol des WDR berichtete jetzt von drastisch steigenden Infektionszahlen an nordrhein-westfälischen Schulen. Zum Stichtag 04.11.2020 seien laut Westpol unter Bezugnahme auf Zahlen des NRW Schulministeriums 50.152 Schülerinnen und Schüler und 3.465 Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne gewesen. Es kam demzufolge außerdem zu 552 Teilschließungen. Zum Vergleich: Nur eine Woche zuvor lag die Zahl der in NRW in Quarantäne befindlichen Schülerinnen und Schüler noch bei 13.590 und der Lehrerinnen und Lehrer noch bei 1.287. Zu Teilschließungen sei es nur eine Woche zuvor noch in 68 Fällen gekommen.

Gemeinsam mit den SPD-Landtagsabgeordneten der StädteRegion Aachen, Eva-Maria Voigt-Küppers und Karl Schultheis, fordere ich daher die Fortführung des Angebots freiwilliger und anlassloser Corona-Tests an Schulen.

Nach langem hin und her sah die Landesregierung zunächst für den Zeitraum vom 3. August bis zum 9. Oktober 2020 vor, dass sich die Beschäftigten von Schulen und in der Kindertagesbetreuung alle 14 Tage freiwillig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen konnten. Dass das nicht ausreichend ist, hat die SPD-Fraktion im Landtag NRW von Anfang an bemängelt und unter anderem umgehend vorgeschlagen, die regelmäßigen Corona-Tests auch auf Schülerinnen und Schüler auszuweiten und Testmöglichkeiten auch über den 09. Oktober hinaus anzubieten. Bis zum Ende des Jahres erhielten die Beschäftigen dann die Möglichkeit, sich insgesamt noch drei Mal freiwillig auf eine Infektion testen zu lassen.

Die Zeiträume zwischen den freiwilligen Tests weiter zu vergrößern und zum Ende des Jahres plötzlich mit regelmäßigen Tests aufzuhören, ist genau der falsche Weg im Kampf gegen die Pandemie. Schulministerin Gebauer erweckt den Anschein, sie wolle von Infektionen an Schulen nichts wissen – frei nach dem Motto: „Was ich nicht sehe, ist auch nicht da“.

Wir fordern, dass das Testangebot auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird und regelmäßige, freiwillige, anlasslose Corona-Tests an Schulen auch weiterhin möglich sind. Wir müssen mehr testen – nicht weniger – um möglichst schnell und effektiv Infektionsgeschehen durchbrechen zu können.