Flugplatz Aachen Merzbrück

Gemeinsam mit Eva-Maria Voigt-Küppers aus Würselen habe ich mich erneut mit einer Kleinen Anfrage zum Fluglärm am Flugplatz Aachen-Merzbrück an die Landesregierung gewandt.

Am Flugplatz Aachen-Merzbrück wurde im Jahre 2018, mit insgesamt 45.026 Starts und Landungen, weiter eine Steigerung der Flugbewegungen in Höhe von 3.260 Starts und Landungen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, was die Sorge bei Anwohnerinnen und Anwohnern vor weiter ansteigendem Fluglärm nach einem Ausbau der Start- und Landebahn wachsen ließ. Regelmäßig berichten Anwohnerinnen und Anwohner uns und unseren Büros von Vorfällen massiver Lärmbelästigungen der privaten Hobby-Luftfahrt, wonach ein Sonntagmittag im Freien nicht zu genießen sei.

Aus der jetzt ergangenen Antwort der Landesregierung geht unter anderem hervor, dass sich das Niveau von etwa 45.000 Starts und Landungen auch im Jahr 2019 – noch vor einem Ausbau der Start- und Landebahn – fortsetzte.

Zwar gab es 2020 insgesamt etwas weniger Flugbewegungen am Flugplatz Aachen-Merzbrück, doch ist die Zahl dokumentierter Bürgerbeschwerden deutlich gestiegen. Während uns die Landesregierung Ende 2019 noch berichtete, dass bei der Bezirksregierung Düsseldorf zwischen 2011 und 2019, also innerhalb von 8 Jahren, insgesamt nur 11 dokumentierte Bürgerbeschwerden im Zusammenhang mit Flugbewegungen rund um den Flugplatz Aachen-Merzbrück vorlägen, waren es allein im Jahr 2020 schon 14 Beschwerden bei der Bezirksregierung Düsseldorf und 6 Beschwerden beim Flugplatzbetreiber selbst. Das ist eine deutliche Tendenz und das, obwohl die Inbetriebnahme der neuen Start- und Landebahn im Mai 2020 mitten in das Corona-Jahr fiel, wodurch es insgesamt weniger Flugaufkommen gab, als regulär zu erwarten gewesen wäre. Die Landesregierung versteckt sich weiterhin einzig hinter einem Fluglärmgutachten, welches im Vorfeld des Ausbaus erstellt wurde und vertritt die Auffassung, dass die Fluglärmbelastung für umliegende Siedlungsbereiche sogar geringer sei, als zuvor. An einer wirklichen Lösung oder einem Dialog mit von Fluglärm betroffenen Menschen ist die Landesregierung augenscheinlich weiter nicht interessiert. Das ist insbesondere für Anwohnerinnen und Anwohner, die unter dem Lärm leiden, ernüchternd.

Kunstflug

Doch jüngst scheint auch Kunstflug über der Region wieder zum Störfaktor zu werden – nicht nur rund um den Flugplatz Merzbrück, sondern auch in anderen Teilen der Region – weshalb ich eine weitere Kleine Anfrage an die Landesregierung richtete.

Anwohner aus Teilen Stolbergs sowie Spaziergängerinnen und Spaziergänger in den Wäldern rund um die Wehebachtalsperre beklagten mir gegenüber eine zunehmende Lärmbelästigung durch ein oder mehrere Kunstflugzeuge. Dies zeigt wieder deutlich: Während es in Deutschland für alles einen zentralen Ansprechpartner gibt, wissen die Menschen in Sachen Fluglärm oder Geschehnissen im Luftraum nicht, an wen sie sich im Falle von Beschwerden wenden sollen und fühlen sich dadurch machtlos. Das muss meiner Ansicht nach weiterhin durch eine zentrale Beschwerdestelle gebündelt und so für Bürgerinnen und Bürger greifbar und nachvollziehbar werden.

Lufträume für Kunstflug können auf Antrag von Piloten bei der zuständigen Flugsicherungsstelle beantragt werden. Dabei wird sowohl eine vertikale, wie auch eine horizontale Begrenzung beantragt, innerhalb der Kunstflug zulässig ist. Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass es in der Region zwei sogenannte „Kunstflugboxen“ gibt, die immer gemeinsam bei der Deutschen Flugsicherung beantragt wurden. Eine der beiden Kunstflugboxen, die jeweils einen Durchmesser von etwa 3,7 Kilometern haben, liegt über dem Tagebau Hambach, eine weitere liegt über der Wehebachtalsperre. Im Jahr 2019 wurden die genannten Kunstflugbereiche an insgesamt 35 Tagen beantragt. Im Jahr 2020 an 19 Tagen und im laufenden Jahr 2021 bisher an 5 Tagen. Die Landesregierung führt in ihrer Antwort aus, dass die Kunstflugboxen nur über weniger dicht besiedeltem Gebiet genehmigt würden und die Luftfahrzeuge im Rahmen der Zulassung auch Anforderungen hinsichtlich der Lärmemissionen einhalten müssten.

Wie es aber um die Entscheidungsgrundlagen für die Genehmigung von Kunstflugboxen, die Anflug- und Abflugrouten der Kunstflugbereiche oder die Einhaltung von Regeln im Luftraum, wie beispielsweise Mindestflughöhen oder ähnliches, generell steht, ist – wie so oft – für Bürgerinnen und Bürger kaum möglich nachzuvollziehen.

Antwort der Landesregierung zur Lärmentwicklung am Flugplatz Aachen-Merzbrück (DS 17/13960)

Antwort der Landesregierung zum Kunstflug über der Region (DS 17/13959)