Feuerwehrleute sind bei jedem Einsatz einem gewissen Corona-Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Alleine durch das gemeinsame Ausrücken im Fahrzeug gibt es eine enorme Kontaktintensität untereinander. Zudem kommt es bei Einsätzen immer zu ungeplanten und kritischen Kontakten, auch während der Rettung von Personen, die aktuell unter Quarantäne stehen oder sogar infiziert sind.
Ich unterstützte eine Resolution des Verbands der Feuerwehren in NRW e.V.. In dem Schreiben an den NRW-Gesundheitsminister Laumann und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordern die Feuerwehrleute besseren Arbeitsschutz vor dem Corona-Virus.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie ist der Impfschutz der Feuerwehrangehörigen nicht zu vernachlässigen. In der Resolution wird darauf hingewiesen, dass Feuerwehrangehörige in erhöhtem Maße im Kontakt mit anderen Menschen stehen und damit automatisch einem höheren Infektionsrisiko mit COVID-19 ausgesetzt sind. Die ersten Priorisierungen der CoronaImpfVO waren durchaus nachvollziehbar. Mittlerweile wurden aber diverse Berufsgruppen in den Stufen nach oben geschoben, so dass alle Feuerwehrleute, die nicht im Rettungsdienst tätig sind, in der Liste nach unten gerutscht sind.
Dass beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieherinnen und Erzieher hochgestuft wurden, ist absolut gerechtfertigt, aber ich habe wenig Verständnis da-für, dass bei Feuerwehrleuten mit zweierlei Maß gemessen wird.
Die Hauptamtlichen Feuerwehren sind größtenteils schon geimpft und die Ehrenamtlichen nicht. Die Politik sollte die Feuerwehrleute nicht gegeneinander ausspielen. Die freiwilligen Feuerwehren machen im Einsatzfall die gleiche Arbeit, wie die Hauptamtlichen.“, äußert sich Stefan Kämmerling zur Situation der Feuerwehrleute.
Bei ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen schwindet mehr und mehr das Verständnis und auch die Einsatzbereitschaft, weil sie sich und ihre Familien nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen wollen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko und damit verbundene Quarantäne-Maßnahmen für ganze Feuerwehreinheiten könnten die Gewährleistung von Brandschutz und Hilfeleistung ernsthaft gefährden. Ein Corona bedingter Ausfall gefährdet die Funktionsfähigkeit der ganzen Feuerwehr. Ich unterstütze daher den Wunsch der Feuerwehren, angemessen und prioritär ein Impfangebot an alle Feuerwehrangehörigen im Einsatzdienst zu erhalten.
Es kann doch nicht sein, dass die hauptamtlichen Kräfte geimpft werden und die Ehrenamtlichen noch Monate auf ihre Impfung warten müssen. Es ist die Aufgabe der Landesregierung, hier für Klarheit zu sorgen.