Und plötzlich steht die Ministerpräsidentin leibhaftig vor der Tür …

Und plötzlich steht die Ministerpräsidentin leibhaftig vor der Tür …

Sie kam, sah – und klingelte. Bewusst unspektakulär verlief am Samstag der Besuch von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Eschweiler. Keine Kundgebung, keine Ansprachen wie noch zuvor in Aachen, wo sie gemeinsam mit Peer Steinbrück aufgetreten war. Nur ein SPD-Pavillon an der Ecke Eduard-Mörike-/Heinrich-Imig-Straße in Ost, einige Personenschützer und kaum Polizei.

Topfblumen statt Rosen

Dem SPD-Stadtverband um seinen Vorsitzenden Stefan Kämmerling war es gelungen, die Spitzenpolitikerin in die Indestadt zu holen, wo sie ihren Parteigenossen, den Bundestagskandidaten Detlef Loosz, unterstützen sollte. Das tat die Düsseldorfer Regierungschefin dann auf ihre ganz eigene Art. Für die Tür-zu-Tür-Aktion hatten die Eschweiler Sozialdemokraten gezielt ein Arbeiterviertel ausgewählt, und dies ohne große Ankündigung. Und so machte sich Hannelore Kraft gemeinsam mit Detlef Loosz auf den Weg durch die nahezu menschenleere Heinrich-Imig-Straße und klingelte an jeder Haustür, quasi „mutterseelenzuzweit“, weder Personenschützer noch Presse sollten sie begleiten: „Das könnte manchen abschrecken“, meinte die Ministerpräsidentin. Und auch auf die roten Rosen, die die Eschweiler Parteikollegen bereitgestellt hatten, verzichtete sie. „Das ist nicht mein Ding.“ Stattdessen hatte sie einen Korb mit Topfblümchen dabei und – bestens vorbereitet – eine Tüte „Leckerlies“ für Hunde. „Die Leute haben sich gefreut, dass die Politik zu ihnen kommt“, resümierte Hannelore Kraft nach ihrer Aktion. Mit jedem, den sie antraf, habe sie ein kurzes, angeregtes Gespräch führen können, „über Themen, die die Menschen bewegen“: gesetzlicher Mindestlohn, Leiharbeit, Rente, U-3-Betreuung, Schule und einiges mehr. Dass sie an einer Wohnungstür zunächst für eine Doppelgängerin gehalten wurde, fand sie dann auch eher lustig denn verwunderlich. Wer rechnet schließlich schon damit, dass plötzlich eine leibhaftige Ministerpräsidentin vor der Tür steht?

Nach einem kurzen, heiteren Gespräch mit der Presse und den Eschweiler SPD-Kollegen machte sich Hannelore Kraft wieder auf den Weg – genauso unspektakulär, wie sie gekommen war.

(Quelle: Eschweiler Filmpost vom 18.09.2013, Bericht von Michael Cremer)