Hinter dem Tranparent v. l. n. r.: Hildegard Nießen, 1. Stv. Bürgermeisterin der Stadt Stolberg; Christiane Karl, 1. Stv. Städteregionsrätin; Helmut Etschenberg, Städteregionsrat; Stefan Kämmerling, SPD-Landtagskandidat und Ferdi Gatzweiler, Bürgermeister der Stadt Stolberg

Hinter dem Tranparent v. l. n. r.: Hildegard Nießen, 1. Stv. Bürgermeisterin der Stadt Stolberg; Christiane Karl, 1. Stv. Städteregionsrätin; Helmut Etschenberg, Städteregionsrat; Stefan Kämmerling, SPD-Landtagskandidat und Ferdi Gatzweiler, Bürgermeister der Stadt Stolberg

 

Stolberg. Gespenstisch wie am Freitag einige Stunden vor Beginn wird auch am Samstag die Innenstadt wirken. Jede Menge Polizei bezieht Position an strategischen Stellen.

Die Demokratie wehrt sich gegen den braunen Spuk von der extremen Rechten. Ein sichtbares Zeichen setzten am Abend Hunderte Stolberger und auswärtige Besucher bei der großen Karfreitags-Prozession. Sie folgten dem ökumenischen Kreuzweg Jesu Christi und schreiten betend hinter dem Aachener Friedenskreuz her.

750 Gläubige sind es, die sich um das Kreuz scharen, Katholiken, Protestanten, Muslime folgen dem Holzschnitt des dornengekrönten Christus. Darunter auch viele Vertreter des öffentlichen Lebens, wie Staatssekretär Dr. Michael Stückradt, Landtagsabgeordneter Axel Wirtz und sein Herausforderer Stefan Kämmerling, Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, seine Stellvertreter Hildegard Nießen und Karina Wahlen, und vor allem Hunderte Stolberger, die ein Zeichen setzen für die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Weltanschauungen, Rasse oder Religion.

Das stellen Pastor Hans-Rolf Funken und seine Mitbrüder Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, Pastor Norbert Bolz, Diakon Joachim Jaskulski, die Pfarrer Andreas Hinze, Uwe Loeper, Dieter Gode und Jens Wegman immer wieder heraus. «Nehmt das Kreuz immer auf, wenn große Not euch drückt und der Friede in Gefahr ist», beten die 750 Gläubigen. «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun». Singend und betend ziehen sie von der Vogelsangkirche durch Burgstraße und Steinweg durch die Innenstadt, folgen den letzten sieben Stationen Jesu, setzen «Zeichen der Ohnmacht», vor allem aber der «Solidarität im Leiden und auch in der Klage».

Derweil sind rund 250 Rechtsextreme am Mühlener Bahnhof eingetroffen, absolvierten die Personenkontrolle der Polizei und marschierten gegen 20 Uhr los in Richtung Birkengangstraße ­ eingezwängt in einem engmaschigen Korridor zahlreicher Polizeibeamter.

(Quelle: Stolber Nachrichten / Stolberger Zeitung – online am 02.04.2010 – Bericht von Jürgen Lange und Kolja Linden)