Stefan Kämmerling MdL: „Schützen und Karnevalisten nicht gegeneinander ausspielen - UNESCO-Antrag nicht als politisches Spiel missbrauchen“ (Bild: (c) Thomas Weiland)

Stefan Kämmerling MdL: „Schützen und Karnevalisten nicht gegeneinander ausspielen – UNESCO-Antrag nicht als politisches Spiel missbrauchen“ (Bild: (c) Thomas Weiland)

Der Landtag diskutierte heute über die Bewerbungen zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. „Der CDU ging es mit ihrem Antrag aber nicht um eine vernünftige Sachdebatte, sondern um politisches Vorführen, das auf dem Rücken der Schützen ausgetragen werden sollte“ kommentiert Kämmerling.

Der SPD-Landtagsabgeordnete führt weiter aus: “Unsere Entscheidung bei der heutigen Abstimmung hatte nichts mit den Schützenvereinen an sich zu tun. Es geht einzig um das Verfahren, wie wir in Nordrhein-Westfalen zum Eintrag in die Liste auf Bundesebene gelangen. Weder Schützen, noch Karnevalisten dürfen durch die Politik bevorzugt oder benachteiligt werden.

Die Landesregierung hat dafür zu sorgen, dass in Nordrhein-Westfalen eine Vorschlagsliste erstellt wird und zwei Vorschläge für die Bundesebene ausgewählt werden. Diese Aufgabe wurde einer unabhängigen Jury anvertraut, ganz im Sinne der UNESCO und der Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer.

In NRW sind 21 Anträge im November 2013 eingegangen. Drei von Einzelpersonen, weitere von Vereinen und Einrichtungen. Die Bewerbungen beziehen sich auf Kunstsparten, musikalische Traditionen und Handwerkstechniken, Traditionen mit religiösen Bezügen oder der Gedächtnispflege, des Weiteren auf das Schützenbrauchtum und den rheinischen Karneval. Nun verlangt die CDU-Landtagsfraktion, dass wir uns für das Schützenbrauchtum und damit gegen die anderen Bewerber wie zum Beispiel den in meinem Landtagswahlkreis ebenfalls von vielen tausend Menschen betriebenen rheinischen Karneval positionieren.

Abgesehen davon, dass eine Einmischung des Landesgesetzgebers für das weitere Bewerbungsverfahren offensichtlich eher kontraproduktiv ist, akzeptieren wir das bundesweit abgestimmte Verfahren und vertrauen den jeweiligen Jurymitgliedern. Das Anliegen der Schützen genießt unsere Sympathie; zumal wir Abgeordnete gar nicht genau von allen Antragstellern wissen, geschweige denn die konkreten Anträge kennen.”