Weiterhin ist öffentlich kein neuer Planungsstand zum Bau des dritten Bauabschnitts der L238 zwischen Eschweiler und Stolberg bekannt.

Die beiden ersten Bauabschnitte sind schon viele Jahre fertiggestellt und verlaufen von der Kreuzung „Rue de Wattrelos / Aachener Straße“ über den „Hohenstein“ bis hin zur „Phoenixstraße“ in Eschweiler-Pumpe. Sie entlasten damit bereits große Teile der Eschweiler Innenstadt. Erst durch den dritten Bauabschnitt zwischen Eschweiler und Stolberg entfaltet die Umgehungsstraße ihre volle Wirkung, weil zum einen die Verkehrsbelastung für Anwohnerinnen und Anwohnern in „Eschweiler-Pumpe“ endlich reduziert werden kann und zum anderen auch die Stadt Stolberg durch einen dritten Bauabschnitt leistungsfähig an die Bundesautobahn 4 angebunden werden würde, da bin ich mir sicher.

Bereits mit vier „Kleinen Anfragen“ habe ich mich innerhalb der letzten zwei Jahre hinsichtlich eines 3. Bauabschnitts zwischen Eschweiler-Pumpe und Stolberg-Steinfurt an die Landesregierung gewandt und immer wieder nachgefragt, wann endlich mit einem Baubeginn zu rechnen ist. Jetzt kam eine fünfte „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung hinzu, mit der ich unter anderem erfahren wollte, welchen Trassenverlauf die Landesregierung für die neue Straße bevorzugt, welche Ergebnisse eine faunistische Planraumanalyse hervorbrachte und wie es mit dem Neubauvorhaben zwischen Eschweiler und Stolberg nun weitergeht.

Die Beantwortung der Fragen durch Verkehrsminister Wüst liegt inzwischen vor. Zwar kann der Verkehrsminister immer noch keine belastbaren Angaben zum Zeitablauf des Straßenbauprojekts machen, doch sind nun zumindest die nächsten Schritte bekannt.

Eine faunistische Planraumanalyse wird bereits seit mehreren Monaten durch ein Fachbüro erstellt. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im September 2020 erwartet und sollen noch vor den Herbstferien den Umweltbehörden vorgestellt werden. Auf Basis dieser Ergebnisse und der Stellungnahmen der Umweltbehörden, würde durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW dann eine faunistische Untersuchung ausgeschrieben. Diese Erhebung und Untersuchung vor Ort wird einen Jahreszyklus Zeit beanspruchen und voraussichtlich Ende 2021 zum Abschluss kommen.

Die Landesregierung selbst favorisiere derzeit noch keinen bestimmten Trassenverlauf. Erst wenn im Rahmen der Vorplanung und Umweltverträglichkeitsstudie alle aufgezeigten Varianten technisch, verkehrlich und wirtschaftlich bewertet wurden, könne ein favorisierter Trassenverlauf festgelegt werden.

Nach den Sommerferien sollte die Vorbereitung für die Ausschreibung einer Verkehrsuntersuchung starten. Im Rahmen dieser Verkehrsuntersuchung wird das umliegende Straßennetz in Eschweiler, Stolberg und Aachen einschließlich seiner Zu- und Abflüsse betrachtet. Es erfolgen zunächst Bestandsaufnahmen des Straßennetzes und Kraftfahrzeug-Verkehrs – sowohl aus vorhandenen Daten, als auch aus Verkehrszählungen. Mit diesen Daten wird ein Verkehrsmodell zur Analyse erstellt, auf dessen Basis das Verkehrsgeschehen im Jahr 2030 prognostiziert wird. In dieser Prognose werden die Szenarien der Verkehrsentwicklung mit und ohne den dritten Bauabschnitt der L238 zwischen Eschweiler und Stolberg verglichen.

Nachdem diese Schritte abgeschlossen sind und nach der Beteiligung der Bürger und der Träger Öffentlicher Belange, geht der Verkehrsminister von einer Festlegung der Linie, in der die neue Straße verlaufen soll, Ende 2022 aus.

Zur Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner in Eschweiler sowie auch für die Anbindung Stolbergs an die Bundesautobahn 4, ist dieser dritte Bauabschnitt für Eschweiler und Stolberg gleichermaßen wichtig. Nicht zuletzt auch durch den Euregio-Railport-Stolberg wird sich das Verkehrsaufkommen und damit auch die Bedeutung eines Baus der neuen Straße noch deutlich verstärken. Ich bin deshalb froh, dass es weitergeht. Es wird weiterhin ein langer Atem benötigt und es werden noch einige Jahre vergehen, bis Klarheit über einen Baubeginn herrscht – ein neuer Schwung für den Bau bleibt bisher aus. Ich werbe jedenfalls eindringlich für den Bau dieser Verbindung und werde das auch gegenüber der Landesregierung weiterhin tun.