BDM und SPD luden Milchbauern nach Monschau-Imgenbroich ein

BDM und SPD luden Milchbauern nach Monschau-Imgenbroich ein

BDM und SPD luden Milchbauern nach Monschau-Imgenbroich ein

Mengensteuerung, und zwar eine flexible Mengensteuerung nach dem Auslaufen der Milchquotenregelung 2015 – dies ist nach wie vor das Hauptziel des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Und damit stößt der BDM bei einigen SPD-Politikern auf offene Ohren. Dies wurde am Sonntag vergangene Woche bei einer gemeinsamen Veranstaltung von BDM und SPD deutlich, zu der Hubert Frohn und der SPD-Landtagsabgeordnete (Anmerkung Redaktion von stefan.kaemmerling.de: Stefan Kämmerling ist SPD Landtagskandidat) rund 50 Milchbäuerinnen und -bauern in Monschau-Imgenbroich begrüßen konnten. Rede und Antwort rund um das Thema Milch standen ihnen dabei Martin Schulz, Vorsitzender der SPD-Fraktion im EU-Parlament sowie der Belgier Marc Tarabella, ebenfalls Sozialdemokrat und Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU-Parlament aus Belgien, sowie Romuald Schaber, Vorsitzender des BDM und des Eruopean Milk Board (EMB).

Die beiden Sozialdemokraten Martin Schulz und Marc Tarabella nehmen die Sorgen der Milchbauern ernst. „Wir sehen Ihre soziale Notlage, Ihr Milchpreis ist zu niedrig“, beton Martin Schulz und versprach sich weiter auf europäischer Ebene für eine Mengensteuerung einzusetzen. Allerdings gebe es wenig Aussicht auf Erfolg, räumten Martin Schulz und sein sozialdemokratischer Kollege Marc Tarabella ein. Die Sozialdemokraten hätten im EU-Parlament keine Mehrheit und die Zeichen in der EU stünden eindeutig auf einen Ausstieg aus der Milchquotenregelung. Die beiden Politiker versprachen den Milchbauern jedoch, sich zumindest für eine zeitweise Quotensenkung von 2 bis 3 % einzusetzen.

Die Politik zieht sich immer mehr aus dem Markt zurück und dadurch entsteht ein Vakuum. Darauf wie der BDM- und EMB-Vorsitzende Romuald Schaber hin. „Wir stehen als Milcherzeuger dadurch vor einer Wegkreuzung, aber wir müssen wissen, wie es weitergeht.“ Der Milchpreis dürfe auf keinesfalls sich selber überlassen werden und hier sei handeln angesagt, und zwar umgehend. „Wir sind eigentlich schon jetzt am freien Markt angelangt, denn die Milchquote hat kaum noch eine Bedeutung“, stellte Schaber unmissverständlich fest. Der EMB fordere die Schaffung eine so genannten“Regulierungsstelle“, die Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher sowie die Politik an einen Tisch bringe und die Milchmenge so festlege, dass der sich daraus ergebene Milchpreis die Kosten der Landwirte decke. „Und das dies funktioniert, beweist das kanadische Milchmarktmodell“, so der BDM-Vorsitzende.

Einige Informationen zu diesem Modell gab Erich Pohlen, Milcherzeuger aus Eynatten. Das kanadische Modell sehe eine Tagesquote vor, so der belgische Landwirt. Würde diese Tagesauote im Monat um 10 % überschritten, würde der Milcherzeuger bestraft und bei einer Unterlieferung um 30 % im Monat würde ebenfalls reagiert und die Menge reduziert. Nach Angaben von Pohlen zeigt das kanadische Milchmarktmodell Erfolg. Immerhin bekämen die Kanadier derzeit einen Milchpreis von 48 Cent/kg Milch ausbezahlt. „Natürlich kann man einen solchen fairen Milchpreis nur bekommen, wenn sich auch alle an die Spielregeln halten.“, betonte der Milcherzeuger.

Wie die Deutsche Milcherzeugergemeinschaft „Milch Board“ funktioniert, erläuterte Julia Frenzel. Das Milch Board sein angetreten, um die Milcherzeuger in Deutschland zu „bündeln“ und so deren Marktposition zu verbessern, so die Milch Board -Mitarbeiterin. Klares Ziel sei dabei die Durchsetzung eines kostendeckenden Milchpreises für die Landwirte. Julia Frenzel bezeichnete das Milch Board als „Selbsthilfegruppe zu Selbsthilfe“ und warb für die Mitgliedschaft. „Jeder kann beim Milch Board mitmachen. Das Risiko ist gering, denn man kann jederzeit kündigen.“ Außerdem sei das Milch Board inzwischen rechtlich anerkannt. „Je mehr mitmachen, desto besser“, so Julia Frenzel.

Was die SPD anbelangt, so will sie mit den Milchbauern im Kreis Aachen im Gespräch bleiben. Wie der Landtagsabgeordnete (Anmerkung Redaktion von stefan.kaemmerling.de: Stefan Kämmerling ist SPD Landtagskandidat) Stefan Kämmerling zum Abschluss der Veranstaltung in Imgenbroich ankündigte, plant er die Gründung eines Arbeitskreises „Landwirtschaftliche Entwicklung“, in dem neben der Politik auch Landwirte mitmachen sollen.

Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.