Morgen ist es soweit: Die Landesregierung gibt sich die Ehre, die Vertreter der vier großen Festkomitees Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln zum bereits zweiten Mal zu einem „Karnevalsgipfel“ in die Düsseldorfer Staatskanzlei einzuladen.

Was wird besprochen?

Die Spielregeln für die kommende Karnevalssession 2020/2021: Können Sitzungen stattfinden? Wird es die dringend benötigten Landeshilfen für die zahlreichen von Veranstaltungsausfällen betroffenen Karnevalsgesellschaften geben?

Wer ist zum „Karnevalsgipfel“ eingeladen?
Die Vertreter der vier großen Festkomitees wurden eingeladen. Die kleineren Gesellschaften aus den Ortschaften, die vor den Toren der vermeintlichen Karnevalshochburgen liegen, bleiben wie schon beim ersten Treffen in der NRW-Staatskanzlei vom 10. Juli außen vor.

Die Herangehensweise von Ministerpräsident Laschet, einen Weg in der Karneval-Corona-Krise zu suchen, steht nicht im Geiste des Brauchtums Karneval: „Menschen positiv miteinander verbinden und das Gemeinschaftsgefühl stärken“, so beschrieb Laschets Staatskanzlei den Karneval in einer Antwort auf meine Kleine Anfrage, warum nicht die Vertreter weiterer Festkomitees mit an einen runden Tisch gebeten wurden. Dem wird Armin Laschet nicht gerecht.

Fest steht bereits vor dem Karnevalsgipfel des Ministerpräsidenten, dass die getroffenen Beschlüsse nicht repräsentativ für den Karneval in ganz NRW sein werden: Acht Festkomitees aus dem Rhein-Sieg-Kreis sowie der Festausschuss Godesberger Karneval haben angekündigt, die von morgen ausgehandelten Konzepte nicht mitzutragen.
Weniger als zwei Monate vor dem Sessionsauftakt am 11.11. sollte der Ministerpräsident sich von seinem sturen Blick auf NRWs vermeintliche Karnevalshochburgen lösen und sich auf die Bedürfnisse des Karnevals im gesamten Bundesland einlassen.