Das „Sonderprogramm Heimat 2020“ soll den gemeinnützigen Vereinen oder Organisationen in NRW, die sich durch die gegenwärtige Corona-Krise in existenzgefährdenden Liquiditätsengpässen befinden, mit einem einmaligen Zuschuss des Landes aus der Existenznot helfen. Das Problem dieses Programms für die zahlreichen nordrhein-westfälischen ehrenamtlichen Karnevalisten ist, dass der Zeitraum für die Hilfen zum 31.10.2020 endet

– also genau vor den Veranstaltungen zu der traditionellen Sessionseröffnung am 11.11..

Die Landesregierung ignoriert mit ihrem Programm die Problematik, vor der das gesamte Brauchtum Karneval unmittelbar steht. Aus diesem Grund habe ich mich in einer Kleinen Anfrage an die zuständige Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) gewandt. Darin wollte ich herausfinden, welchen Lösungsansatz die Ministerin für die finanziellen Ausfälle für die Karnevalisten vorgesehen hat.

Die Antwort der Heimatministerin sollte für viele Karnevalsgesellschaften besorgniserregend klingen: „Die Sonderhilfe des Landes steht für alle gemeinnützigen Vereine bereit, die aktuell ohne Unterstützung finanziell in ihrer Existenz bedroht wären. Antragsberechtigt sind auch die vielen gemeinnützigen Karnevalsvereine. Sollte sich über den 31. Oktober 2020 hinaus weiterer Bedarf zur Sicherung der Existenz von gemeinnützigen Vereinen herausstellen, wird die Landesregierung – auch in Bezug auf die „Fünfte Jahreszeit“ – dies im Blick behalten und neu entscheiden.“

Vor dem Hintergrund, dass Ministerpräsident Laschet bereits im Juni 2020 klar gemacht hat, dass es die übliche Tradition der Sessionseröffnung am 11.11. nicht geben wird und er bisweilen offen lässt, wie sich die Landesregierung eine Karnevalssession 2021 in Ganzen vorstellt, gibt die Antwort des Heimatministeriums den Karnevalsgesellschaften wenig Zuversicht.

Drei Monate vor Beginn der kommenden Session stehen die Karnevalsvereine im Ungewissen. Für viele Gesellschaften bedeutet der Ausfall der Sitzungen den finanziellen Ruin. Es ist klar, dass es den Karneval so wie wir ihn kennen ohne einen Impfstoff gegen das Corona-Virus nicht geben wird. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Landesregierung jetzt ein Konzept vorstellt, wie es den Schaden vom Brauchtum Karneval abwenden wird.