Stefan Kämmerling und Hannelore Kraft am 27.04.2012 zu Besuch bei der Eschweiler Röhrenwerke GmbH (ESW)

Stefan Kämmerling und Hannelore Kraft am 27.04.2012 zu Besuch bei der Eschweiler Röhrenwerke GmbH (ESW)

NRW-Ministerpräsidentin zu Gast im Eschweiler Röhrenwerk.

Eschweiler. Kurz musste Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Besprechung im Konferenzzimmer unterbrechen und telefonieren. „Entschuldigung, ich muss hier mal kurz dran, das ist wichtig. Ich muss zwischendurch ja auch noch regieren“, so die lächelnde Hannelore Kraft. Nach dem Gespräch mit der Geschäftsführung und dem Betriebsratsvorsitzenden der ESW-Röhrenwerke GmbH machten sich Kraft und SPD-Landtagskandidat Stefan Kämmerling gemeinsam mit Vertretern von ESW auf zur Führung durch die Produktionshallen. Kraft: „So Stefan, auf geht’s, jetzt gucken wir uns an was hier hergestellt wird.“ Nahtlose Stahlrohre für den industriellen Einsatz in aller Welt sind die Spezialität des Unternehmens ESW. Und die Produktion eines solchen hochwertigen Rohres begleiteten die Politiker vom Ausgangsmaterial bis zum fertigen Produkt. „Für ein Unternehmen wie das unsere ist auch der direkte Kontakt zur Landespolitik wichtig“, so ESW-Geschäftsführer Herbert Lenzen. „Auch darum sind wir heute hier“, so die Antwort von Landtagskandidat Stefan Kämmerling. Dass Kraft absolut im Thema war, ließ sie gleich zu Beginn erkennen und berichtete, dass sie im Umkreis ihres Wohnortes Mühlheim regelmäßig stahlverarbeitende Betriebe besucht.

Die Führung wurde übrigens von Kraft selber immer wieder unterbrochen. Es gab praktisch keinen Produktionsmitarbeiter bei dem die SPD-Spitzenkandidatin nicht Halt gemacht hätte. „Hallo, ich bin Hannelore Kraft. Ich wollte mir mal angucken was Sie hier genau machen“, so Kraft, die zwischendurch einfach mal die Treppe hoch zu einem Bedienpult steigt und das kurze Gespräch mit Mitarbeitern sucht. Diese Situationen wiederholten sich mehrfach. Kämmerling und Kraft halten immer wieder an und suchen aktiv das Gespräch mit den Mitarbeitern der Produktion. Aber auch politisch wurde die Ministerpräsidentin: „Wir wollen den Energiemix und bis der Stand der Technik bei erneuerbaren Energien noch nicht ausreicht, werden wir auch in NRW neue moderne Kraftwerke bauen. Und die brauchen die Rohre die Sie hier in Eschweiler produzieren“. Über eine Stunde hatte sie sich Zeit genommen. So herzlich wie die Begrüßung war, so herzlich viel auch die Verabschiedung aus. „War schön bei Euch. Das hat mir richtig gut gefallen“, verabschiedete sich Kraft, die ihrem Parteifreund Stefan Kämmerling noch einmal Erfolg für den 13. Mai wünschte und sich dann  mit einem Pressetross zum nächsten Termin aufmachte.

Die Energiewende sieht die Ministerpräsidentin auch als Knackpunkt. Selbst den Grünen sei ja klar, dass man nicht von heute auf morgen alle konventionellen Kraftwerke abschalten könne. Doch Kraftwerksbetreiber zögerten derzeit, was Investitionen angeht, weil sie nicht wüssten, wo es langgehen soll. Kraft: „Deswegen brauchen wir einen Masterplan und deswegen müssen die entscheidenden Ministerien dazu an einen Tisch und einen solchen aufstellen. Wenn keiner weiß, wie es weitergeht, investiert auch keiner.“ Das hört Lenzen gern, denn ESW ist u.a. Zulieferer für Kraftwerkstechnik. Des Eschweiler Röhrenwerk ist einer der ältesten Industriestandort im Land, seit 1917 produziert man hier Rohre im so genannten Nahtlosverfahren. Es gab auch durchaus unsrige Unternehmenszeiten, damals, als der Eschweiler Bergwerksverein das Werk an die bayrische Maxhütte verkaufte, die dann kurze Zeit später pleite ging. Mit Bundes- und auch mit Landesmitteln ging es dann aber dann doch weiter am Standort Eschweiler, mit damals 240 Beschäftigten. Heute sind es 340. (olga)