V. l. n. r.: Verkaufsleiter von Hoven Hydraulik Christof Goergen, Geschäftsführer Dietmar Hoven, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans, SPD-Stadtverbandsvorsitzender in Stolberg Patrick Haas, Leiter der Steuerabteilung im NRW-Finanzministerium Dr. Steffen Neumann, stv. SPD-Fraktionsvorsitzender in Stolberg Peter Jussen und Stefan Kämmerling MdL

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans besucht den Hydraulik-Spezialisten am Büsbacher Brockenberg. Direkter Draht nach Düsseldorf.

Die Parlamentspause beginnt mit der Sommertour auch für Norbert Walter-Borjans. Phantasialand und Shell stehen auf der Besuchsliste bevor der Finanzminister auf Einladung des Landtagsabgeordneten Stefan Käm­merling (SPD) nach Büsbach kommt. Beim mittelständischen Familienunternehmen Hydraulik Hoven lernt der 62-Jährige die Fertigung von hydraulischen Zylindern kennen, die etwa an seinen vorherigen Stationen Karussells bewegen oder bei der Verarbeitung von Erdöl unerlässlich sind.

Aufmerksam hören der Minister und Ministerialdirigent Dr. Steffen Neumann als Leiter der Steuerabteilung zu, als Geschäftsführer Dietmar Hoven und Verkaufsleiter Christof Goergen von den Schwierigkeiten in einem spezifischen Marktsegment berichten. Es geht an diesem Abend weniger um Gelangensbestätigungen und umsatzsteuerliche Regelungen, als vielmehr um Fragen der Vorfinanzierung von Rohstoffen für die Produktion, die Absatzlage für die Firma, die mit rund 85 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 13 Millionen Euro generiert, und die Rekrutierung von Fachkräften. „Qualifizierte Dreher, Fräser und Zerspanungstechniker sind Mangelware“, sagt Hoven. Und Martin Peters, IG-Metall-Bevollmächtigter und SPD-Unterbezirksvorsitzender, bestätigt, dass „Hoven gute Konditionen bietet“.

NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans, SPD-Stadtverbandsvorsitzender in Stolberg Patrick Haas und Stefan Kämmerling MdL

Dabei sind es erfahrene und gute Mitarbeiter, die gemeinsam mit dem Know-how und einem hochmodernen Maschinenpark den Erfolg ausmachen. „High-End-Produkte für spezielle Anforderungen des Zement-, Automobil-, Öl- und Bohrmaschinen-Marktes sind unserer Spezialität“, schildert Goergen. Standard-Hydraulikzylinder und die Aufarbeitung gebrauchter Anlagen, so genanntes „Recylindering“, komplettieren die Palette. Aber: „Unser Produkte sind nicht selbstständig nutzbar.“ Hoven ist abhängig von der Auftragslage der Anlagenbauer. Und das vor allem auf dem schwierigen deutschen Markt mit einem Überangebot von Anbietern. Dennoch hat das Büsbacher Unternehmen sich unter die Top 30 vorgearbeitet.

Immer wieder hakt Walter-Borjans, früher als Wirtschaftsdezernent der Stadt Köln und bei Henkel im Marketing tätig, fachkundig nach. Etwa zum Standort Stolberg. Aus produktionstechnischer Sicht, so Goergen, sei die Firma nicht auf die Kupferstadt fixiert. Aber auf Qualität und Erfahrung der zumeist langjährigen Mitarbeiter sei man angewiesen. Und dieser Vorteil könne an einem anderen Standort einfach nicht substituiert werden – „nicht in Ostdeutschland und auch nicht im Ruhrpott“, betont Dietmar Hoven. Diese Optionen hatte das Familienunternehmen vor Jahren geprüft und Abstand genommen. Außerdem bietet der Standort am Büsbacher Brockenberg mit seinen 20 000 m2 Betriebs-, 4700 m2 Hallen- und 750 m2 Büroflächen das Potenzial für weiteres Wachstum.

Geschäftsführer Dietmar Hoven, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans und Stefan Kämmerling MdL

Davon macht sich der Finanzminister und die lokale SPD-Delegation mit Patrick Haas und Peter Jussen ein eigenes Bild bei einem Rundgang, bei dem es auch zu einem Gespräch mit dem Betriebsratsvorsitzenden Achim Vonhofen kommt.

Und für weitere detailliertere Fragen zu steuerlichen Regelungen darf Hydraulik Hoven nun auf den direkten Draht ins Düsseldorfer Ministerium setzen, versprechen Norbert Walter-Borjans und Dr. Steffen Neumann vor der Abreise.

(Quelle: Stolberger Nachrichten / Stolberger Zeitung vom 08.07.2015; Bericht von Jürgen Lange)