Sarah Philipp MdL, wohnungsbaupolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Sarah Philipp MdL, wohnungsbaupolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Unter dem Titel „Zuhause im Quartier – die Heimat vor der Haustür“ fand am vergangenen Dienstag im Würselener Euregiokolleg eine Fraktion vor Ort-Veranstaltung statt. Die gastgebenden Landtagsabgeordneten Eva Voigt-Küppers und Stefan Kämmerling konnten neben gut 40 Diskutanten drei hochkarätige Diskussionspartner begrüßen.
„Wohnen ist eins der wichtigsten Themen der Politik“, eröffnete Eva Voigt-Küppers die Veranstaltung. „Ich freue mich deshalb über den großen Zuspruch am heutigen Abend.“

Für den Impulsvortrag zeigte sich Sarah Philipp, ebenfalls Landtagsabgeordnete und SPD-Sprecherin für Bauen, Wohnen und Verkehr, verantwortlich. Sie stellte die Herausforderungen ihres Arbeitsbereichs heraus, beschrieb politische Instrumente und ging schließlich auf die Ziele der SPD-Landtagsfraktion ein. Aus ihrer eigenen Biografie berichtete die Duisburgerin, dass sie zu Beginn ihres Geographie-Studium drei Leitlinien gelernt habe: „wir werden weniger, älter und bunter.“ Allerdings habe sich diese Erwartung in den vergangenen Jahren so nicht bewahrheitet. „Ich sehe es in meiner Heimatstadt“, so Philipp. „Alle Prognosen gingen davon aus, dass Duisburg bald nur noch 420.000 Einwohner haben wird. Aller Voraussicht nach werden wir aber Ende dieses Jahres wieder über 500.000 Einwohner haben. Darauf muss die Wohnungsbaupolitik natürlich reagieren.“

Sarah Philipp MdL, Stefan Kämmerling MdL und Eva-Maria Voigt-Küppers MdL

Sarah Philipp MdL, Stefan Kämmerling MdL und Eva-Maria Voigt-Küppers MdL

Als aktuelles Ziel für NRW nannte sie einen Zubau von 120.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Diese könne das Land allerdings nicht selbst bauen, sondern oft nur (ko-)finanzieren. Deshalb habe sie sich selbst versprochen, den Landtag nicht zu verlassen, bevor der Förderdschungel gelichtet sei. „Jedes Ministerium hat eigene Programme, die ständig neu aufgelegt werden. Mein Traum ist ein großer Topf mit zentralen Ansprechpartnern und weniger Bürokratie.“

Im Anschluss an das kurzweilige Impulsreferat gab Ute Fischer vom Projekt Soziale Stadt Baesweiler Eindrücke aus der Praxis.
Seit 2012 besteht mit dem Haus Setterich in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine zentrale Begegnungsstätte im Ortsteil, die Bürgerbeteiligung ermöglicht, sie aber auch erfordert. Beides funktioniere bestens, so Fischer: „Unsere Hauptaufgabe ist, Kommunikation zu ermöglichen.“
Im Haus Setterich gibt es ganz verschiedene Angebote für Menschen unterschiedlicher Altersstufen und mit ganz verschiedenen Interessen. Bei den Beratungs- und Gesprächsangeboten steht der Austausch im Mittelpunkt. „Wir haben ein Stadtteilfest mit 1.500 Besuchern gefeiert. In einem Stadtteil mit 8.000 Einwohnern. Das zeigt, wie gut unsere Arbeit aufgenommen wird“, berichtete Fischer.

Stefan Kämmerling MdL, Ute Fischer, Sarah Philipp MdL, Prof. Axel Thomas und Eva-Maria Voigt-Küppers

Stefan Kämmerling MdL, Ute Fischer, Sarah Philipp MdL, Prof. Axel Thomas und Eva-Maria Voigt-Küppers

Nach diesen Eindrücken wurde das Podium um Professor Axel Thomas, den Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Städteregion (GWG), ergänzt. Er machte klar, dass er seine Aufgabe an der Schnittstelle von Bauen und Wohnen sieht, aber auch, wo die Herausforderungen sind. „Wir haben viele Gebäude aus den 1950er Jahren. Damals ging man davon aus, dass eine vierköpfige Familie mit 48m² Wohnraum auskommt. Das ist heute der Bedarf für eine Einzelperson“, erklärte Thomas. Man habe erkannt, dass es für eine gute Lebensqualität durchmischte Quartiere brauche. Darauf werde heute geachtet, wenn Wohngebiete attraktiviert oder neu errichtet würden.

In zahlreichen Wortbeiträgen diskutierten die drei Experten anschließend mit dem Publikum. Stefan Kämmerling schloss die Veranstaltung schließlich und zog ein sehr positives Fazit: „Dass wir hier länger als geplant diskutiert haben, zeigt, wie groß das Interesse ist. Wir befinden uns auf einem guten Weg und werden das Thema Wohnen auch in Zukunft hochhängen.“