Fehlende Vorbereitungen der Landesregierung auf die bevorstehende Kohlekommission im Bund schaden Strukturwandelbemühungen im Rheinischen Braunkohlerevier

Beim weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, welche sich innerhalb weniger Jahre von einer Nischentechnologie zu einer wichtigen Stromquelle in Deutschland entwickelt hat, wird die Kohleverstromung auch in den kommenden Jahren weiter zurückgehen. „Braunkohle stellt eine wichtige Brückentechnologie dar, aber ihre Verstromung ist endlich“, so Stefan Kämmerling MdL (SPD). Bevor jedoch konkrete Schritte eingeleitet werden können, um die Kohleverstromung zu verringern, müssen für die vom Rückgang betroffenen Regionen Perspektiven geschaffen werden. Ab dem 16. Mai soll hierfür eine neue Kommission auf Bundesebene mit dem Titel „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ eingesetzt werden, welche sich mit der energetischen Verwendung von Braunkohle und der notwendigen Unterstützung des Strukturwandels in den betroffenen Regionen befassen wird.

Aus einem Bericht der Landesregierung zur Positionierung des Rheinischen Reviers in der genannten Kommission, den die SPD-Landtagsfraktion eingefordert hatte, geht hervor, dass die NRW-Landesregierung anders als andere Bundesländer, eine Woche vor Einrichtung der Kommission noch immer keine Position zum Investitionsbedarf für eine Absicherung notwendiger Maßnahmen im Rheinischen Braunkohlerevier erarbeitet hatte. Der Thinktank Agora Energiewende GmbH hatte in seiner neuen Studie zum Braunkohle-Aus vorgeschlagen, den Braunkohlerevieren jährlich nur 110 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen.

„Die Studie dieser grüne Denkfabrik Agora geht an jeder Realität vorbei und nimmt mit ihrer Positionierung eine Benachteiligung der Menschen in Eschweiler und dem gesamten Rheinischen Revier in Kauf“, erklärt der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling und erläutert weiter: „Der Fördervorschlag steht in keinem Verhältnis zur Wertschöpfung der Braunkohleindustrie. Wer diese mit Sinn und Verstand wenigstens im Ansatz kompensieren will, muss die ideologischen, grüngefärbten Scheuklappen ablegen. Im vergangenen Jahr 2017 hat die Rheinische Braunkohlenindustrie 735 Millionen Euro an Aufträgen in die Wirtschaft vergeben. Dazu kommt eine jährliche Gehaltssumme von 740 Mio. Euro. – Und das ist nur die direkte Wertschöpfungskette!“

Auch die vom Bund vorgeschlagenen 1,5 Mrd. Euro für den Strukturfond, die den Braunkohlerevieren insgesamt zu Gute kommen sollen, decken gerade einmal das Volumen einer direkten Jahreswertschöpfung im Rheinland.

„Diese Landesregierung geht ausweislich ihrer eigenen Aussagen aus der vergangenen Woche vollkommen planlos in die am 16. Mai beginnenden Berliner Gespräche. Ich erwarte, dass jetzt schnellstens nachgeholt wird, was offenbar verpennt wurde: Eine glasklare Positionierung für die Interessen der Menschen im Rheinischen Revier“, so Kämmerling.

2018-05-15T11:06:21+00:00 Dienstag, 15. Mai 2018|