Kleine offene Tür St. Josef lädt zur Aktionswoche gegen Rechtsradikalismus . Auftaktveranstaltung am 19. September.

Sie wollen die Stolberger für das Thema Rechtsradikalismus sensibilisieren und aufklären. Aber vor allem wollen sie ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus setzten. Deshalb veranstalten die Mitarbeiter des Jugendtreffs „Kleine offenen Tür“ (KoT) auf dem Donnerberg von Montag, 19. September, bis Samstag, 24. September, die Aktionswoche „Augen auf“.

„Die Idee zu einem Projekt gegen Rechts ist uns auf unserer Mitarbeiterfahrt im März gekommen“, erzählt der Schüler und Mitarbeiter der KoT, Johann Houben. „Wir waren uns einig darüber, dass es gerade in der jetzigen Zeit wichtig ist, sich klar gegen Fremdenhass zu positionieren.“ Dass sie dies in Form einer Aktionswoche gestalten wollen, haben die Mitarbeiter der KoT dann während ihrer Treffen entschieden. „Auch wenn der Rechtsradikalismus in Stolberg in den letzten Jahren zurückgegangen ist: Man wird im Alltag immer wieder damit konfrontiert“, sagt KoT-Mitarbeiter Carsten Nellißen.

Ein Blick ins Internet reicht

„Es reicht schon ins Internet zu gehen und zum Beispiel manche Posts und Kommentare auf Facebook zu lesen, um zu erkennen, dass es genug Menschen gibt, die intoleranten und rechten Mist verbreiten“, ergänzt der Leiter der KoT, Diplom Sozialpädagoge Jörg Beißel. Es geht ihnen darum zu handeln, noch bevor sich Fremdenhass und Intoleranz in Stolberg etablieren. „Wir wollen nicht reagieren, sondern agieren“, darin sind sie sich einig. „Das ist das Motto für unser Projekt“, sagen sie. Am Montag startet die Woche um 19 Uhr mit einer Diskussionsrunde. Der Schirmherr und Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, Bürgermeister Tim Grüttemeier, und ein Mitglied der Stolberger Gruppe Z, die es sich zur Aufgabe gemacht hat den Rechtsradikalismus in Stolberg zu bekämpfen, werden teilnehmen. Außerdem wird auch der Aldenhovener Pfarrer Charles Servigne an der Diskussion teilnehmen.

Dieser ist Anfang des Jahres Opfer eines gewalttätigen Übergriffs gewesen, da er sich in seiner Gemeinde für Flüchtlinge und Asylsuchende einsetzt. „Im Anschluss an die Diskussion wird das Publikum auch die Möglichkeit haben Fragen an die Diskussionsteilnehmer zurichten“, erklärt Jörg Beißel. Die KoT Mitarbeiter wollen ihren Besuchern auch Argumente und Reaktionsweisen mit an die Hand geben, mit denen sie in Zukunft rechtem Gedankengut begegnen können.

Deshalb wird am Mittwoch Dr. Stefan Kirschgens einen Vortrag unter dem Titel „Sprachlos- mit uns nicht“ in der KoT halten. Beginn ist um 19 Uhr. Am Donnerstag wird ab 19 Uhr ein ehemaliges Mitglied der rechten Szene einen Vortrag über seine Zeit in der Szene und seinen Ausstieg halten. Er wird erzählen wie vor allem junge Menschen dazu verleitet werden, rechten Gruppierungen beizutreten und welche Schwierigkeiten sie haben derartigen Gruppen den Rücken zu kehren.
Aktionswoche endet mit Fest

Das Ende der Aktionswoche soll am Samstag einem Fest auf dem Gelände der KoT an der Pfarre St. Josef gefeiert werden. „Als es die Aufmärsche von Rechtsradikalen in Stolberg gab, wurde das Bürgerbegegnungsfest gefeiert“, erzählt Tobias Behlau, „Warum müssen erst Rechte in Stolberg demonstrieren, um ein Fest für Toleranz zu feiern?“ Sein Kollege Nikolai Falter betont „Wir feiern gemeinsam im Zeichen von Offenheit, Vielfalt und Toleranz, denn das sind die Werte für die die Kleine offene Tür steht und sich einsetzt.“ Die KoT besteht seit 1988 und ist eine soziale Einrichtung der katholischen Kirchengemeinde St. Lucia Stolberg. Sie bietet Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit sich zu treffen, an verschiedenen Projekten und Angeboten teilzunehmen und sich ehrenamtlich mit einzubringen.

Ziel der KOT ist es dabei, Kindern und jungen Erwachsenen Hilfen zur Lebensbewältigung zu geben und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Zu den Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche lädt die KoT alle Interessierten herzlich auf den Donnerberg, Höhenstraße 51, ein.

(Quelle: Stolberger Nachrichten / Stolberger Zeitung vom 01.09.2016; Bericht von Julia Faymonville)