Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW stellt die Größe von Grundschulklassen ab dem nächsten Schuljahr klar. Besonders Flächengemeinden könnten betroffen sein.

An den Grundschulen in NRW gilt für die Bildung von Eingangsklassen eine Bandbreite von 18 bis 30 Schülern. Bei entsprechenden Anmeldezahlen durfte die Bandbreite bislang unterschritten und Klassen mit mindestens 15 Schülern gebildet werden.

Ein Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW vom 30.06.2009, der aktuell von Bildungspolitikern und Grundschullehrern diskutiert wird, stellt die bisherige Regelung auf den Kopf. Klassen mit unter 18 Kindern sind ab dem neuen Schuljahr nur dann noch möglich, wenn der Besuch einer anderen Schule nicht zumutbar ist. Die Nicht-Zumutbarkeit muss begründet werden.

Liegen einer Schule zwischen 31 und 35 Anmeldungen vor, können ab 2010 nur 30 Schüler angenommen werden und die Schulleitung muss eine Auswahl unter den Kindern vornehmen, wenn eine begründete Nicht-Zumutbarkeit nicht vorliegt. Besonders in Flächengemeinden sind Probleme vorprogrammiert.

In der Praxis ergeben sich ab 2010 insbesondere bei zweizügigen Schulen folgende Probleme:

  • 1. Schulleitungen werden Schüler abweisen müssen.
  • 2. Eltern müssen ihre Kinder an einer anderen, als der Wunschgrundschule anmelden.
  • 3. Klassenstärken von 30 Schülern könnten die Regel werden.

Dazu erklärt Stefan Kämmerling, designierter Landtagskandidat der SPD:

Dass das Ministerium vorsieht Schüler abweisen zu können ist an sich schon ein Skandal. Nicht minder schlimm ist aber auch die Tatsache, dass dieser Erlass die Grundschulen quasi zur Bildung großer Schulklassen zwingt. Das ist pädagogischer Unsinn.

Kämmerling stellt in diesem Zusammenhang auch Aussagen der Landesregierung zur Lehrerstärke in Frage:

Erst sagen FDP und CDU Eltern, Schülern und Schulen zu, keine einzige Lehrerstelle wegen zurückgehender Schülerzahlen zu streichen. Jetzt streichen sie sie. Die Wahrheit ist: In Nordrhein-Westfalen fehlen 5.000 Lehrkräfte, fallen mehr als 5 Millionen Unterrichtstunden aus und sitzen in rund 12.000 Klassen 30 und mehr Schülerinnen und Schüler.

Presseinformation als PDF